AfD-Verkehrspolitiker Lars Haise nennt S-Bahn-Verkehr „untragbares Chaos“
Waiblingen, 20. Dezember 2025. Die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart erleben derzeit das schlechteste Jahr seit Bestehen des Systems. Laut aktuellen Zahlen waren die Züge in Monaten wie März, April, Mai und Oktober 2025 an mindestens 20 Prozent aller Halte sechs Minuten oder mehr verspätet und erreichen damit einen historischen Schlechtwert. Der vertraglich vereinbarte Grenzwert von maximal zwei Prozent Unpünktlichkeit wurde in den letzten zehn Jahren nur in sechs Monaten erreicht, zuletzt im April 2021. Hinzu kommen rund zwei Millionen nicht gefahrene Zugkilometer durch Baustellen und weitere Ausfälle aufgrund von Fahrzeugstörungen, Infrastrukturdefekten oder Unwettern.
Als Hauptursache sieht der AfD-Bundestagsabgeordnete und Verkehrsexperte Lars Haise aus dem Wahlkreis Waiblingen ein Versagen der Bahn auf ganzer Linie. „Noch häufiger als der Fahrplan werden nur die Versprechen der Bahn gebrochen“, bescheinigt der ehemalige Eisenbahner, der die Lage nur zu gut aus seinem früheren beruflichen Kontext als Lokführer und Leitstellendisponent bei der S-Bahn Stuttgart kennt.
Einer der weiteren Gründe für die katastrophale Bahnbilanz liege laut Haise in den anhaltenden Verzögerungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 und beim Digitalen Knoten Stuttgart. Deren abermalige Umterminierung sei eher ein weiterer Fall von Realsatire und offenbare eine gravierende Unfähigkeit in der Chefetage der Bahn.
„Die Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart hat in ihrer Resolution zu Recht große Unzufriedenheit über die erneute Verschiebung der Inbetriebnahme geäußert und darin bekundet, dass seit Jahren umfangreiche Bauarbeiten, Sperrungen und provisorische Betriebsformen den regionalen Schienenverkehr massiv belasten“, so Haise. Dies führe dazu, dass hunderttausende Pendler täglich unter Ausfällen, Unpünktlichkeit und unzumutbaren Bedingungen leiden.
„Ich teile die Forderungen der Regionalversammlung. Die Deutsche Bahn muss endlich lernen, ihre Zusagen einzuhalten und maximale Transparenz anzubieten. Ich erwarte von den Bahnverantwortlichen, einen verbindlichen neuen Zeitplan bis Mitte 2026 vorzulegen sowie den möglichst langen Erhalt bestehender Schieneninfrastruktur wie der Panoramabahn und eine enge Koordination, um Fahrgastbeeinträchtigungen zu minimieren. Das untragbare Chaos muss endlich behoben werden!“
Die Bundesregierung sei, so Haise, als alleinige Eigentümerin der Deutschen Bahn in der Verantwortung. Es reiche nicht aus, einfach nur Schuldenmilliarden in die Schiene zu pumpen, wenn Projekte wie Stuttgart 21 an Planungsfehlern, mangelnder Steuerung und völliger Intransparenz scheiterten.
Hintergrund:
Verband Region Stuttgart fordert Transparenz, Verlässlichkeit und verbindliche Steuerung bei Stuttgart 21 (Resolution)
https://www.region-stuttgart.org/de/informationen-downloads/news/detail/verband-region-stuttgart-fordert-transparenz-verlaesslichkeit-und-verbindliche-steuerung-bei-stuttgart-21/

