Die AfD-Fraktion kritisiert unverhältnismäßige Kosten für das Radweg-Projekt bei Waiblingen – Barrierefreiheit sollte Vorrang haben

Waiblingen, 29.12.2025. Im Maßnahmenplan des Rems-Murr-Kreises sind derzeit der Bau von neun Radwegen sowie die Einrichtung von 24 barrierefreien Bushaltestellen vorgesehen. Für die Radwege sind Gesamtkosten in Höhe von 10,88 Millionen Euro veranschlagt, während für die barrierefreien Bushaltestellen insgesamt 2,125 Millionen Euro eingeplant sind.

Die AfD-Fraktion im Kreistag Rems-Murr sieht insbesondere den geplanten Radschnellweg von Waiblingen nach Hegnach und weiter bis zur Kreisgrenze zu Ludwigsburg äußerst kritisch. Mit Kosten von insgesamt rund 5,7 Millionen Euro entfallen mehr als 50 Prozent der gesamten Radwegmittel auf dieses einzelne Projekt. Damit übersteigen die Kosten dieses einen Radwegs sogar deutlich die Gesamtkosten aller geplanten barrierefreien Bushaltestellen.

Der Radschnellweg soll in zwei Abschnitten realisiert werden. Im ersten Abschnitt sind für eine Strecke von lediglich 0,95 Kilometern Kosten von 3,8 Millionen Euro vorgesehen. Der zweite Abschnitt umfasst etwa 1,5 Kilometer und soll weitere 1,9 Millionen Euro kosten. Aus Sicht des haushaltspolitischen Sprechers der AfD-Kreistagsfraktion, Klaus Drexler, stehen diese Kosten in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen.

Besonders kritisch bewertet die AfD-Fraktion die Priorisierung dieses sehr kurzen und zugleich äußerst kostenintensiven Radwegs gegenüber dem Ausbau der Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr. Allein mit den Kosten des ersten Abschnitts des Radwegs R 01 könnten rechnerisch rund 40 weitere Bushaltestellen barrierefrei umgebaut werden. „Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bedeutet eine barrierefreie Haltestelle nicht lediglich mehr Komfort, sondern in vielen Fällen überhaupt erst die Möglichkeit, ohne fremde Hilfe am öffentlichen Personennahverkehr teilzunehmen“, bestätigt der sozialpolitische Sprecher der Kreistagsfraktion, Stephan Schwarz.

Hinzu kommt: Die Ludwigsburger haben bereits signalisiert, den Radweg auf ihrer Seite voraussichtlich nicht fortzuführen, da dort die finanziellen Mittel fehlen. „Ein Radweg, der an der Kreisgrenze endet, ist schlicht nicht sinnvoll“, so Klaus Drexler weiter.

Angesichts der angespannten Haushaltslage fordert die AfD-Fraktion daher, die Ausgaben für den Radwegs R 01 vollständig einzusparen und die verfügbaren Mittel stattdessen vorrangig in den Ausbau der Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr zu investieren.